Meine Zeit in Lima liegt zwar mittlerweile schon etwas zurück, aber als mich eine Freundin letzte Woche um hilfreiche Tipps bat, fühlte es sich kurz so an, als wäre es erst gestern gewesen. Und so versank ich bald schon in meinen Erinnerungen und wurde ganz sentimental. Schon verrückt, wie sich eine fremde Stadt, so weit weg von Zuhause, nach ein paar Monaten irgendwie doch auch wie ein Stück Zuhause anfühlen kann. Vor meinem inneren Auge malt sich der Stadtplan unseres kleinen Viertels auf. Mit allen Details, Gebäuden und Kreuzungen, kleinen Geschäften und persönlichen Erinnerungen. Ein bisschen so, wie wenn ich an meine Heimatstadt in Deutschland denke. Während ich meiner Freundin also ein paar Punkte zusammenschrieb, fiel mir auf, dass ich nie einen eigenen Artikel über meine Favoriten in Perus Hauptstadt verfasst habe. Besser spät als nie, veröffentliche ich hier also meine kleine Liste für meine persönlichen Lieblings-Sehenswürdigkeiten in Lima.

Mein Lima: Sehenswürdigkeiten und mehr…

To See:

Die Verliebten im Parque del Amore

Im Parque del Amor habe ich so einige sonnige Nachmittage und laue Sommerabende verbracht. Er befindet sich direkt an der Malecon de la Reserva, die Küstenstraße Limas im Stadtteil Miraflores. Der kleine Park ist allen Verliebten gewidmet und in der Mitte befindet sich eine riesige Statue zweier eng umschlungener Verliebte. Sie trägt den Namen El Peso (Der Kuss) und wurde von Victor Delfin entworfen.

Vom Park aus hat man einen traumhaften Blick über die Bucht Limas und auf den Pazifik. Vor allem zum Sonnenuntergang lohnt sich der Besuch. Die mosaikverzierten Mauern mit Liebessprüchen, die den Park zieren, erinnern an den berühmten Park Güell von Antoni Gaudí in Barcelona. Eine kleine Besonderheit ist, dass während der Sommermonate ein Klavier inmitten des Parks steht, auf dem jeder spielen kann. So konnte ich mich beim Sonnen noch von den Klavierklängen peruanischer und anderer internationaler  Nachwuchs-Mozarts berieseln lassen.

Wo?
Parque del Amore: Kreuzung Malecon de la Reserva und Malecon Balta, Miraflores, Peru

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Sehenswertes rund um den Plaza de Armas

Der Plaza de Armas, auch Plaza Mayor, ist in der Hauptplatz der Stadt. Hier starten wohl die meisten Besucher ihren Stadtrundgang. Auch hat man die Möglichkeit, eines der zahlreichen Angebote für eine geführte Tour wahrzunehmen.

Direkt am Plaza de Armas befindet sich der imposante Präsidentenpalast. Außerdem steht hier die Kathedrale von Lima, welche ebenfalls eines der bedeutendsten Bauwerke der kolonialen Altstadt darstellt und das Rathaus, Municipalidad.

Ebenfalls fußläufig von hier zu erreichen, ist das Monasterio de San Francisco, ein zum UNESCO Kulturerbe zählendes Kloster. Beim Gedanken daran, dass sich in den Katakomben des Klosters die Skelette von beinahe 75.000 Toten sammeln, kann einem bei Besichtigung schon einmal ein Schauer über den Rücken laufen.

Ein weiterer, in meinen Augen sehenswerter Punkt im Stadtzentrum von Lima ist der Mercado Central. Mir fällt kein anderer Ort in der Stadt ein, wo man das authentische Leben der Bewohner Limas besser hautnah miterleben kann. In dem riesigen Marktareal gibt es alles, was man sich vorstellen kann. Von Fleisch, über Fisch, über Obst und Gemüse, Feinkost, bis hin zu Plüschtieren und Plagiaten, ist dort alles zu finden. Dabei geht es wahnsinnig laut und trubelig zu. Ich erinnere mich gut daran, wie ich einfach nur dastand und das Treiben habe auf mich wirken lassen. Ein bisschen, wie in einem Film. Man muss dazu sagen, dass sich hier vergleichsweise wenig Touristen hinverirren. Ein klassisch schöner Ort ist es definitiv nicht, aber eben genau das, was ich gesucht hatte, das echte Lima.

Wo?
Plaza de Armas: Jirón de la Unión s/n, Distrito de Lima 15001, Peru

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Parque de la Reserva – The Magic Water Circuit

Der Parque de la Reserva, welcher bereits 1929 eröffnet wurde um den Soldaten des Pazifikkriegs für die Verteidigung Limas zu gedenken, ist heute einer der meistbesuchten Parks der Stadt.

Seit 2007 gibt es die berühmte Lichtshow Circuito Magico del Agua (The Magic Water Circuit). Wer nach Lima kommt, muss hier gewesen sein. Nicht umsonst steht der Park im Guiness Buch der Rekorde als einer der größten Brunnenkomplexe der Welt. Alle Brunnen sind in der Nacht beleuchtet und die meisten werden in wechselnden Farben bestrahlt. Das ganze wird zur Show noch mit Musik untermalt und ist auf jeden Fall ein magisches Erlebnis. Der Eintritt kostet lediglich 4 Neuvo Soles pro Person, für die man – wie beschrieben – einiges geboten bekommt.

Wo?
Parque de la Reserva: Jr. Madre de Dios S/N, Distrito de Lima, Peru

Parque de la Reserva Lima

Die Seufzerbrücke in Barranco

Hachja, auch mir entschleicht ein Seufzer, wenn ich an die gleichnamige Brücke in Limas Stadtteil Barranco denke. Ich erinnere mich noch gut an einen meiner ersten Abende in der Stadt, als ich mit zwei meiner engsten Freundinnen hier her kam, um den Stadtteil, samt seiner berühmten Brücke zu erkunden. Die Seufzerbrücke – Puente de los Suspiros auf Spanisch – ist das Wahrzeichen des Viertels, um das sich eine rührende Legende rankt. Erzählungen nach soll sich die Tochter einer reichen Familie in einen einfachen Arbeiter verliebt haben. Die Familie verbat der Tochter die Liebesbeziehungen und so saß die tieftraurige Tochter wochenlang seufzend am Fenster ihres Zimmers. Jeder, der die kleine Brücke überquerte, wurde begleitet von ihren Seufzern.

Weiteres Gemunkel besagt, derjenige der es schafft, den gesamten Weg über die Brücke (44 Meter) die Luft anzuhalten, darf sich etwas wünschen. Ob es stimmt, kann ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten 😉

Nachdem man die Brücke in dem belebten Stadtteil überquert hat, gelangt man zu einer Klippe, von wo aus einem schönste Ausblicke auf das Meer geboten werden.

Wo?
Seufzerbrücke: Paseo Chabuca Granda, Distrito de Lima 15063, Peru

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To Do:

Paragliding über Miraflores

Lima aus der Vogelperspektive. Einer der schönsten Momente, an den ich mich in Zusammenhang mit Lima erinnere. Für einen 15-20 minütigen Flug zahlt man umgerechnet rund 50€. Das ist zwar keine günstige Aktivität, aber anderswo zahlt man auch gut und gerne das doppelte für einen Gleitschirmflug. Und es lohnt sich!

Mein anfänglich ziemlich mulmiges Gefühl, wurde mir schnell durch den liebevollen und professionellen Piloten genommen. Eh ich mich versah, befand ich mich an der Klippe von Miraflores und rannte los.. und flog. Wie ein Vogel mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt, Miraflores und den Pazifik.

Wo?
Paragliding: Antonio Raimondi Park, Miraflores 15074, Peru

Paragliding Lima

Auf einen (oder mehrere) Drinks nach Barranco

Neben der Seufzerbrücke hat Barranco noch einiges mehr zu bieten. Ich habe Barranco als den gemütlichsten und charmantesten Stadtteil empfunden. Hier leben viele junge Leute, Künstler, Musiker und Studenten, was es zu einer inspirierenden und lebendigen Gegend macht. Zu dem Stadtteil gehören Strände, kleinere Parks und urige Geschäfte. Außerdem findet man zwischen den in allen Farben des Pastellregenbogens gestrichenen Häusern einige Straßenhändler, die ihre Schätze vor den Ateliers zum Kauf anbieten. Bei den zahlreich vorhanden Restaurants, Cafés und Bars ist für jeden Geschmack etwas dabei. In der Idylle lässt sich auf jeden Fall der ein oder andere Drink genießen. Besondere Empfehlung ist die Ayahuasca Bar, die sich in einer alten Villa befindet. Es gibt Innenhöfe, unterschiedliche Räume, Snacks, gute Cocktails.. sehr einzigartig!

Wo?
Ayahuasca Bar: Av San Martin 130, Barranco 15063, Peru

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Die Küste entlang radeln

Ein weiterer Tipp für einen freien Nachmittag ist das Leihen eines Fahrrades. Auch hier bietet sich der Malecon de la Reserva, die Küstenstraße Limas im Stadtteil Miraflores, an. Direkt bei Larcomar, dem bekannten, in den Klippen erbauten  Einkaufszentrum, gibt es zum Beispiel einige Anbieter. Von hier aus geht es kilometerlang entlang der Küste, durch die gepflegten Parkanlagen mit zahlreichen Möglichkeiten für Kaffeepausen.

Wo?
Larcomar: Malecon de la Reserva, Distrito de Lima 15074, Peru

Lima Peru

Shoppen auf dem Indigo Market

Der Inka Market in Miraflores ist der bekannteste Souvenirmarkt der Stadt. Hier bekommt man alles was das Touristenherz begehrt. Der Marktplatz ist ein eingegrenztes Areal mit kleinen Innenhöfen mit Sitzgelegenheiten, sanitären Anlagen und jeder Menge kleiner bunter Shops.

Auf dem Markt und in den umliegenden Läden, sowie auf dem nur wenige Minuten entfernten Indian Market, findet man neben hochwertigen Decken, Pullovern und Schals aus Alpakawolle, vom größten Kitsch bis zu aufwendig verzierten Lederpuffs, alles.

Bekannt ist Peru auch für seine Silberprodukte. Zu sehr günstigen Preisen sind auf dem Markt Schmuckstücke, sowie Besteck, Teller, Kunstwerke und Spiegel aus Silber zu erstehen.

Wo?
Indigo Market: Avenida Thouars 5245, Miraflores, Lima

Eine Surfstunde nehmen

Lima verfügt über zahlreiche Surfschulen und die Wellen eignen sich meist sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene. Wer Lima in den Sommermonaten bereist, darf sich trotzdem nicht vertun. Selbst wenn es tagsüber 27°C Grad sind, ist der Pazifik kalt. Nicht umsonst tragen alle Surfer trotz peruanischen Hochsommers lange Neoprenanzüge.

Wo?
Surfschule: Circuito de Playas 5, Distrito de Lima 15074, Peru

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Raus aus der Stadt 

Mein letztes To Do? Bleibt nur so lange in Lima, bis ihre alle Punkte meiner Liste abgehakt habt und reist weiter. Das Land hat so wahnsinnig viel zu bieten und es wäre eine Schande, nur einen Tag in Peru verstreichen zu lassen, ohne sich in seinen Bann ziehen zu lassen. Mehr Gründe zum Weiterreisen, gibt es hier!

To Eat:

Zu Gast beim peruanischen Sternekoch

Gastón Acurio heißt er, ein Mann, der in Peru wie ein Held verehrt wird. Mächtig stolz sind alle auf den Sternekoch, der mit über 40 Restaurants weltweit zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Gastronomen der Welt gehört. Natürlich ist er auch in Lima mit zahlreichen Restaurants vertreten.

Das bekannteste ist wohl das vor 20 Jahren in Lima gegründete Restaurant Astrid&Gastón. Astrid ist seine aus Deutschland stammende und in Frankreich aufgewachsene Ehefrau, die er während seiner Ausbildung an der renommierten Restaurantfachschule Cordon Bleu in Paris kennenlernte. Zusammen eröffneten sie Astrid&Gastón, mit einer Küche, die traditionelles peruanisches Essen neu interpretiert und für Feinschmecker attraktiv serviert. So ist das Degustationsmenü eine Reise durch die verschiedenen Teile Perus.

Weitere empfehlenswerte Restaurants aus Gastóns Guss sind die Pralinerie T’anta, La Mar als eine Cevichería, Madam Tusan als eine Chifa, also ein Restaurant mit chinesisch/peruanischem Essen oder Papachos, eines der besten Burgerrestaurants, in dem ich je war.

Wo?
Astrid&Gastón: Paz Soldán 290, San Isidro, Lima

Pralinerie T’anta: Av. Pancho Fierro 117, San IsidroLima, Peru

La Mar Cebichería: Av Mariscal La Mar 770, Miraflores 15074, Peru

Madam Tusan Miraflores: Av Santa Cruz 859, Miraflores 15074, Peru
Madam Tusan Jesus Maris: Centro Comercial Real Plaza Salaverry, Av. Salaverry 2370, Jesús María 15076, Peru

Papacho’s Miraflores: 5 Mal in Lima (Adressen auf Website)

Sushi-Liebe

Ungelogen das beste Sushi meines Lebens habe ich in Lima gegessen. Für typisch deutsche – also ziemlich hohe peruanische – Sushi-Preise, gibt es bei Edo Sushi vom klassischen Sushi bis hin zu den verrücktesten Kreationen alles, was man sich als Sushi-Liebhaber nur wünschen kann.

Wo?
Edo Sushi Bar Miraflores: Calle Berlin 601, Miraflores 15074, Peru
(Weitere Adressen in Lima auf der Website)

 edo sushi

Ceviche und mehr vom Fisch

Neben der eher hochpreisigen Cevichería La Mar von Gastón, habe ich noch einen günstigeren, aber nicht minder guten Tipp für alle Fans von Fisch und Meeresfrüchten. Die Rede ist von Punto Azul. Einem gemütlichen Restaurant, was leckere und frische Fischgerichte zu fairen Preisen zubereitet.

Wo?
Punto Azul: Calle San Martin 595, Miraflores 15074, Peru

Ceviche

Nachhaltige Kaffeezeit

Leider ist die typisch europäische Straßencafé-Liebe noch nicht ganz in Peru angekommen. Trotz der großen Exportmengen an Kaffee, muss man die wirklich guten Cafés noch suchen. Eines ist in jedem Fall das Puku Puku Café in Miraflores.  Der freundliche Besitzer glaubt an sein nachhaltiges Konzept und bietet in dem kleinen komplett mit recycelten Materialien eingerichteten Lokal besten Bio- und Fair Trade-Kaffee aus Cuzco und kleinere Snacks an.

Wo?
Puku Puku Café: Narciso De La Colina 297, Distrito de Lima 15074, Peru

Puku Puku Cafe 2

Falls euch noch weitere Tipps und Adressen einfallen, ihr weitere Infos braucht oder sonstige Anregungen habt, freue ich mich über einen Kommentar!

Bis dahin, buen viaje !


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