Habt ihr Lust auf eine besondere Erfahrung während eures Balitrips? Dann ist die Wanderung auf den Gunung Agung zweifellos eine riesen Empfehlung von mir. Der anstrengende Aufstieg durch Wald und Wiesen und über Stock und Stein wirkt zwar erst einmal abschreckend, jedoch kann ich euch versprechen, dass es sich lohnt. Falls eine 12-stündige Wanderung trotzdem nicht das richtige für euch ist, gibt es am Ende des Berichts noch eine etwas entspanntere Alternative.

Wanderung auf den Gunung Agung:

Das Wichtigste in Kürze

Anbieter: Hikinginbali.com

Anreise: Abholung durch Veranstalter

Dauer: ca. 12 Stunden; Aufstieg 4:00 h & Abstieg 4:00 h + Pausen + Hin- und Rückfahrt

Gipfel: 3.142 Höhenmeter

Wann: Start um Mitternacht

Schwierigkeit: schwer; Trittsicherheit, gute Kondition, gutes Schuhwerk und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich

Packliste:

  • mind. 1 Liter Wasser (Guide bringt ebenfalls etwas mit)
  • Snack (Riegel, Banane, Nüsse etc.)
  • Wanderschuhe mit starkem Profil
  • Ich hatte: lange regenfeste Sport- oder Wanderkleidung
  • Mütze und Handschuhe
  • Sonnencreme
  • Blasenpflaster
  • Kamera

Meine Erfahrungen:

Meine Reisebegleitung und ich wurden gegen Mitternacht abgeholt und um 2 Uhr nachts erreichten wir den Startpunkt der Vulkanwanderung. Los ging es auf etwa 1.400m Höhe, sodass wir lediglich noch 1.600m vom Gipfel entfernt waren. Für die Distanz hatten wir noch 4 Stunden Zeit, um es rechtzeitig zum Sonnenaufgang bis nach oben zu schaffen. Wir starteten also bei überraschend eisigen Temperaturen mit Stirnlampe und den nötigsten Dingen in unseren Rucksäcken unsere Tour durch die Finsternis. Alles fühlte sich nach Abenteuer an, weshalb die Müdigkeit schnell vergessen war und ich höchst motiviert losstampfte.

Der Boden unter unseren Wanderschuhen wechselte von Sand auf Erde, dann wurden es steile Schluchten und Felshänge. Nach wie vor war es wahnsinnig kalt und der Wind ließ die Temperaturen gefühlt noch einmal um 5°C sinken. Die gleichzeitige Anstrengung ist definitiv nicht zu unterschätzen. Wirklich viel Zeit für Pausen blieb zum einen nicht und zum anderen mussten wir unsere Körper weiter bewegen, um die Kälte aushalten zu können.

Ich weiß, das klingt nicht wirklich nach Urlaub, aber dann: Bali von oben. Ein Gefühl von absoluter Freiheit, gepaart mit Glück und Stolz und Erschöpfung. Es war einer der schönsten Momente meines Lebens und ich würde die Anstrengung dafür liebend gern noch einmal auf mich nehmen. Wenn ihr also auf Bali seid und die Zeit habt: Macht es!

Der Abstieg kostete uns ebenfalls viel Kraft und Konzentration. Auf der Rückfahrt ins Hotel schlief ich die gesamte Zeit und auch danach fiel ich erschöpft, aber überglücklich in mein Bett.

Alternative:

Falls ihr auf der Suche nach einer etwas weniger anstrengenden Tour seid, könnte ich euch die Wanderung auf den Mount Batur ans Herz legen. Immer noch nicht ohne, aber einige Stunden kürzer. Man sollte sich allerdings darüber bewusst sein, dass man bei dieser Tour auf eine größere Anzahl Touristen unterwegs und auf dem Gipfel trifft.

Viel Spaß!

 


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