WAS EIN TAG… Schon vor Antritt der Reise sowie auf dem Hinflug nach Costa Rica versuchte meine reizende Reisebegleitung bereits mich vom spektakulären Rafting in Costa Rica zu überzeugen. Ich war mir 100%-ig sicher, dass das nichts für mich ist und vertröstete sie damit, mir an diesem Tag einen entspannten Strandtag einzulegen, während sie sich irgendwelche Wasserfälle hinunterstürzen könne. Es kam wie es kommen musste und 2 Tage später saß ich in irgendeiner Nussschale irgendwo auf einem Fluss inmitten der Wälder Costa Ricas. Aber von Anfang an …
Rafting Costa Rica

Rafting in Costa Rica – Mein erstes Mal

… nach weiteren Tagen der Bearbeitung mit gefühlten 24 Stunden Dackelblick hatte sie mich am Abend vor der Tour soweit und ich willigte ein. Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt in Manuel Antonio, ein kleiner Ort an der Pazifikküste Costa Ricas, welcher vor allem wegen seines berühmten Nationalparks bekannt ist. Meine Begleitung – natürlich völlig begeistert- rannte zur nächsten Bar um dort sicherzustellen, dass es noch eine Tour für den folgenden Tag gäbe. Das war ehrlich gesagt meine letzte Hoffnung mich drücken zu können. Aber natürlich konnte auch der costa-ricanische Kellner ihr nicht widerstehen und setzte alles in Bewegung um ihr ihren Wunsch zu erfüllen. Wenige Minuten und einige Telefonate später kam er mit einem Zettel zu unserem Tisch und zeigte uns die unterschiedlichen Tourmöglichkeiten auf. Mir war mittlerweile alles egal und ich bat sie nur, nicht die Tour mit höchster Intensitätsstufe zu buchen. Ich bezahlte 70$ und ging mit mulmigem Gefühl schlafen.

Rafting Costa RicaAm nächsten Morgen saßen wir gegen 8:00 Uhr im Bus des Touranbieters, der zu diesem Zeitpunkt schon seltsame Geräusche machte, aber dazu später mehr. Mit uns im Bus, zwei amerikanische Cowboy-Opas aus Nebraska, mit welchen sich die Konversation anfangs als etwas schwierig erwies, da sich ihre Aussprache für uns so gar nicht englisch anhörte. Wir gingen fest davon aus, dass noch coole junge Leute dazu steigen – dem war leider nicht so. Also fuhren wir mit den zwei Opas und den zwei Tourguides in den Dschungel Costa Ricas. Unterwegs unterhielten wir uns noch halb englisch, halb spanisch, bekamen aus Schilf gebastelte Heuschrecken geschenkt und ließen uns auf der holprigen Straße zum Fluss ordentlich durchschütteln.

Rafting Costa RicaDadurch, dass wir nur zu viert waren und unsere beiden Begleiter ja wie bereits erwähnt etwas höheren Alters waren, hatten wir etwas Bedenken, die Tour könnte eher einer ruhigen Paddelboottour ähneln. Entgegen unserer Erwartungen war es aber doch richtig lustig. Wir bekamen Schwimmwesten und teilten uns auf 2 Boote auf. Pro Boot ein Guide. Nach den ersten Minuten hatte auch ich keine hektischen Flecken mehr und begann das „Abendteuer“ zu genießen. Nach der ersten Stunde Rafting mit kleineren und mittelgroßen Stromschnellen und ein paar Malen Abkühlung, da was Boot kippte, hielten wir an einem Wasserfall, um dort ein paar Snacks zu bekommen. Die Landschaft war traumhaft und wir genossen das einsame Baden im Becken des Wasserfalls bei strahlendem Sonnenschein in vollen Zügen.

Von dort aus ging die Tour ähnlich wie zuvor weiter und wir hatten riesen Spaß. Unterwegs trafen wir noch ein paar Angler, Wasserfallkletterer und Leute in Kajaks. Letztendlich hätten wir uns (sogar ich auch) noch ein paar steilere Stromschnellen gewünscht, aber für mein erstes Mal Rafting, war das wahrscheinlich ein guter Einstieg.

Als wir das Boot verließen waren wir ziemlich erschöpft von der Sonne, der Aufregung und vom ständigen wieder ins Boot klettern. Da war es mehr als perfekt, dass noch ein Mittagessen in einem Restaurant mit traumhafter Aussicht zur Tour gehörte.

Wieder einigermaßen erholt und gestärkt, gestaltete sich die Rückfahrt leider noch als etwas problematisch, da ein Reifen unseres Busses platzte. Wie eingangs erwähnt, stimmte auf jeden Fall schon auf der Hinfahrt irgendwas nicht mit dem Reifen oder der Achse oder was auch immer, aber naja.. in Costa Rica nimmt man ja alles etwas lockerer. Alles nach dem Motto „Pura Vida“, was uns generell ja auch super gefiel. Also entschieden sich die Guides samt Busfahrer dazu, die Fahrt mit dem völlig platten Reifen einfach fortzusetzen. Während der holpriger Weiterfahrt mit 10km/h bei um die 40°C in praller Sonne und nach diesem Tag, wurden wir allerdings etwas ungeduldig. Nach einer gewühlten Ewigkeit fiel dann aber auch den Guides auf, dass es wohl besser wäre, den Bus zu wechseln. Also stiegen wir irgendwo mitten im Nichts auf einer Landstraße aus. Ich hatte das Gefühl, der Asphalt würde in wenigen Sekunden die Sohlen meiner Flip Flops schmelzen. Im Zustand zwischen verzweifeltem Lachen und Weinen kam es uns vor wie Stunden, aber im Nachhinein muss ich zugeben, dass recht schnell der Ersatzbus kam. Der brachte uns dann auf direktem Wege zurück zu unserm Hostel.

Obwohl wir schon völlig k.o. waren, war der Tag noch nicht zu Ende. Einer der Opas, mit denen wir während der Tour natürlich ins Gespräch gekommen waren, hatte Mitleid mit uns. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Nationalpark Manuel Antonio montags geschlossen ist. Das warf leider all’ unsere Pläne durcheinander, da wir den Besuch für den nächsten Tag geplant hatten und natürlich auch die Pläne für die Weiterreise so angepasst hatten. Er bat uns an, uns eine Wassersportaktivität am Strand Manuel Antonios auszugeben. Wir wurden mehr als misstrauisch und zögerten. Eigentlich reagierten wir fast unfreundlich, weil es uns eben sehr seltsam vorkam. Er erzählte uns, dass auch seine Töchter immer leidenschaftliche Backpacker gewesen seien und er deshalb wüsste, dass man sich sowas als Backpacker nicht mal eben so leistet, er mehr als genug Geld hätte und wir ihm eine Freude machen würden, wenn wir es anzunehmen. Nach weiterem Zögern und Diskutieren, willigten wir letztendlich ein und entschieden uns für Jetskifahren. Er bezahlte uns 1 Stunde Jetski fahren für 130$ am Strand von Manuel Antonio. Und es war der absolute Waaaahnsinn. Wir hatten unendlich viel Spaß, auch wenn wir uns spätestens danach so gut wie gar nicht mehr bewegen konnten. Die nächsten Tage waren wir geplagt von heftigem Muskelkater, was wir für so einen Tag allerdings gerne in Kauf nahmen.

Jetski Costa RicaUnd somit ging ein weiterer ereignisreicher Tag in Manuel Antonio zu Ende.

 

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