Ich befinde mich in der glücklichen Position, die schönste Stadt am Rhein meine Heimat nennen zu können. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber gerade dann fällt der objektive Blick auf die Stadt etwas schwer. Gibt es hier wirklich Sehenswertes? Lohnt sich ein Wochenende hier? Kann man einen Besuch empfehlen? Nach kurzer Überlegung und dem Notieren meiner ersten Gedanken, kam ich recht schnell zu meiner Antwort: JA! So objektiv wie möglich beurteilt, finde ich, dass Düsseldorf einiges zu bieten hat. Vielleicht nicht so viel wie Hamburg, Berlin und München, aber ein Wochenende braucht man schon, um die Schönheit unserer Rheinmetropole zu erleben.

Ein Wochenende in Düsseldorf

Grund 1: Die Altstadt

Die bekannte Altstadt Düsseldorfs gilt als Magnet für Jung & Alt. Vor allem tagsüber lohnt sich ein gemütlicher Spaziergang durch die historischen Gassen. Einige Teile stammen noch aus Gründungszeiten der Stadt im Jahre 1288. Neben vielen Geschäften, Cafés und Restaurants, befinden sich hier zahlreiche Museen, wie die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, das  NRW-Forum, das Museum Kunstpalast oder das Filmmuseum.

Besonders hervorzuheben sind auch das kleine Kunstkino Cinema auf der Schneider-Wirbel-Gasse, der Markt auf dem Carlsplatz mit vielen kulinarischen Highlights und die Rheinterrassen mit wunderschönem Ausblick auf den Rhein und die andere Rheinseite. Vor allem letztere gelten als Anziehungspunkt für Touristen und Düsseldorfer. Sobald das Wetter es einigermaßen zulässt, sitzt man hier gemütlich draußen und hat man einen schönen Blick über den Rhein.

Kaffee in der Altstadt? Meine Empfehlungen sind Woyton, Rösterei Vier, Pure Freude und Bazzaar Caffe.

Grund 2: Die längste Theke der Welt

„Wir haben in Düsseldorf die längste Theke der Welt…“, so singt der Frontsänger der Toten Hosen über seine Heimatstadt. Entgegen den Erwartungen einiger Touristen handelt es sich dabei nicht um eine bestimmte, überdimensionale Theke inmitten einer der zahlreichen Kneipen der Stadt, sondern um die Masse. Würde man die Theken der über 250 in Düsseldorf ansässigen Kneipen aneinander reihen, so erhält man eben die längste Theke der Welt.

Unter Alt wird hier nicht nur eine bestimmte Anzahl an Lebensjahren verstanden, sondern es ist die Bezeichnung für die typische Biersorte. Ein dunkles Bier, was in einigen Brauereien der Stadt für euch gebraut und frisch aus dem Fass ausgeschenkt wird. Zu den beliebtesten zählen das Füchschen, Zum Schlüssel, Schumacher, Uerige und Kürzer. Auf sogenannten Altbier-Safaris durch die Altstadt könnt ihr euch einmal durchprobieren.

Zu sagen ist trotzdem, dass besonders die Altstadt abends gewöhnungsbedürftig sein kann. Vor allem die Bolkerstraße ist zweifellos nicht jedermanns Sache. Dort trifft man auf unzählige feierwütige Touristen, Fußballfans, Junggesellenabschiede und Einheimische, was hin und wieder zu etwas aufgeheizter Stimmung führt.

Grund 3: Die Kö

Die schöne, von Kastanienbäumen umsäumte Einkaufsstraße gilt als Wahrzeichen der Stadt. Auf der Flaniermeile Königsallee sind alle großen Designer vertreten und locken die Kunden mit auffällig gestalteten Schaufenstern in ihre Geschäfte. Daneben gibt es aber auch kleinere Boutiquen und andere, weniger hochpreisige große Namen der Modewelt. Bei einem Schaufensterbummel entlang des Kö-Grabens, bietet es sich an, sich in einem der Cafés niederzulassen, um das rege Treiben einfach nur auf sich wirken zu lassen und Leute zu beobachten.

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Am einen Ende der Königsallee ist in den letzten Jahren ein architektonisch höchst interessantes Millionenprojekt umgesetzt worden, der Kö-Bogen. Eine Parkanlage und zwei Gebäude, welche neben dem Kaufhaus Breuninger weitere Boutiquen und Gastronomie beherbergen, gehören dazu. Das moderne Design mit dem vertikalen Streifenmuster der Fassade lockt nicht nur Shoppinglustige, sondern auch viele Fotografen an.

Grund 4: Der Medienhafen

Das Schöne an Düsseldorf ist, dass es alles bietet, was man sich von einer Großstadt wünscht, es international ist, aber trotzdem dabei noch recht überschaubar bleibt. So kann man beispielweise ohne Weiteres von der Altstadt aus in die modernste Gegend, den Medienhafen, in weniger als 20 Minuten laufen.

Im Medienhafen begeistern moderne Architektur, wie die berühmten Gehry-Bauten des Neuen Zollhofs. Die drei vom berühmten Architekt Frank O. Gehry gestalteten Gebäude sind eines des Lieblingsfoto-Motive der Stadtbesucher. Ansonsten befinden sich auf dem Gelände des alten Handelshafen stylische Bars, gute Restaurants, Discos und unzählige Büros. Mehr als 700 Unternehmen haben sich hier niedergelassen, was mehr als 75% aller in Düsseldorf ansässigen Unternehmen ausmacht. Der Spaziergang lohnt sich!

Grund 5: Der Rheinturm

Ebenfalls am Rande des Medienhafens befindet sich DAS Wahrzeichen der Stadt, der Rheinturm. Unser Fernsehturm ist da höchste Gebäude der Stadt und gehört zweifellos in die Silhouette des Stadtbildes. Auf über 240m behalten die Besucher von der Besucherterrasse aus den Überblick über die Stadt.

Grund 6: Kaiserswerth

Bei Kaiserswerth handelt es um einen Stadtteil Düsseldorfs im Norden der Stadt. Von der Innenstadt aus erreicht man Kaiserswerth am besten mit der Linie U79, was nur etwa 25 Minuten dauert. Von der Haltestelle aus muss man lediglich eine Ampel überqueren und befindet sich im historischen Ortskern mit Häusern aus dem 17. und 18. Häusern. Ein Kaffee & Kuchen oder Auch-Tipp hier: WUNDERHAUS deli & friends.

Einige Gehminuten später erreicht man schon das Rheinufer. Dort befindet sich die Kaiserpfalz, eine Burgruine aus dem 10. Jahrhundert. Im Umkreis befindet sich außerdem zahlreiche weitere Restaurants und Cafés. Sehr zu empfehlen ist der Burghof. Man kann entweder auf der Terrasse mit Blick über den Rhein Platz nehmen, in dem Wintergarten, wo Snacks und Getränke angeboten werden oder in dem Restaurant.

Gestärkt lädt der Rhein nun zu einem ausgiebigen Spaziergang ein. Eine Alternative wäre es, von Kaiserswerth aus mit dem Boot zurück in die Altstadt zu gelangen.

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Grund 7: Work & Live stimmen

In Düsseldorf scheint alles zu stimmen. Zumindest, wenn man den Meinungen von mehr als 14.000 Auswanderern Glauben schenkt. Das Netzwerk InterNations führt jährlich eine Studie durch, mit der festgestellt werden soll, welche Orte auf der Welt sich besonders gut dafür eigenen, seinen neuen Wohnsitz dorthin zu verlagern. Und siehe da, Düsseldorf schafft es zur Überraschung Vieler vor zwei Jahren auf Platz 4.

Obwohl Düsseldorf gern als sehr teuer und versnobt dargestellt wird, sind die Befragten insgesamt mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Neben dem Einkommen stimme die Work-Life Balance, Reise- und Transportmöglichkeiten, Umwelt und medizinische Versorgung. Das gesamte Ranking findet ihr hier.

Und auch 2018 findet man Düsseldorf bei vielen Befragungen und Studien weit oben auf den Ergebnislisten. Beispielsweise haben es laut Monocle Magazin insgesamt vier deutsche Städte 2018 in die Top 25 der besten Städte weltweit geschafft. Düsseldorf ist selbstverständlich darunter.

Spätestens diese Belege müssen euch neugierig genug gemacht haben, unserer schönen Rheinmetropole einen Besuch abzustatten und mindestens ein Wochenende in Düsseldorf zu verbringen.

In diesem Sinne also, viel Spaß in der schönsten Stadt am Rhein.


PS: Viele weitere Tipps für ein Wochenende in Düsseldorf findet ihr zum Beispiel bei Lisa auf Lisas’s Closeup oder auf THE DORF.